Samstag, 18. Juli 2015

Das geheimnisvolle Geräusch - Die Auflösung

Ach herrje. Ist das schon wieder zwei Wochen her? So lange wollte ich euch gar nicht zappeln lassen.
Mir sind da leider andere Dinge dazwischen gekommen...

...zum Beispiel ein spontaner Arbeitseinsatz in der Schweiz...
...und ein Wochenendausflug in die Normandie...

... aber jetzt will ich euch nicht länger auf die Folter spannen.

Ich dachte ja bei der Aktion, was die 18-jährigen Youtube-Stars und Blogger können, kann ich schon lange: Die Leser zum Mitdenken anregen und so Interaktion zu schaffen. Zum Glück erreichten mich nicht nur erzürnte Wortmeldungen, die mir die Missachtung der Genfer Konvention vorwarfen, sondern auch ein paar kreative Gedanken, was ich denn jeden Morgen vor meinem Fenster hören würde.

"Einen Nachbarn, der sich jeden Morgen um 6, wenn sein Wecker zum 10. Mal vibriert, den Kopf am viel zu tief aufgehangenen Regal überm Bett stößt."
Luisa aus Berlin

"Ein Franzose beim Einparken vor seinem Büro. Dabei stößt er mal hinten, mal vorne an... Hauptsache das Auto steht irgendwann in der Parklücke"
Anne aus Fulda

"und ich sage es ist ein Franzose beim Ausparken!"
Martin aus Jena


Das war schon sehr schön, aber leider nicht richtig.
Ich stand also auf, um das Fenster zu schließen und da sah ich es:
Direkt gegenüber von unserer Wohung befindet sich ein Presseladen, in dem man Zeitungen und Tabakwaren kaufen kann. Natürlich muss der Laden jeden Tag mit druckfrischen Tagesblättern beliefert werden.
Was ich also erblickte, war ein Mann, der die schweren Zeitungsbündel aus seinem Lieferwagen aus Hüfthöhe auf den Bordstein vor der Ladentür plumpsen ließ!
Ja, ich wäre auch nicht darauf gekommen. Ich hoffe, ihr seid jetzt nicht allzu enttäuscht.

Diese Art von Interaktion mit dem Leser hat mir auf jeden Fall Spaß gemacht. Vielleicht mache ich das jetzt öfter. Nicht mehr lange und ich mache Videos über meine Drogeriemarkt-Einkäufe und halte alle Produkte in die Kamera. (die jungen Menschen nennen das "Haul") Oder filme meinen spannenden Alltag beim Müsli-Essen, beim Über-die-Straße-laufen und In-die-Metro-steigen und nenne es dann "Follow-me-around." Oder was macht man heute als hipper Blogger? Lasst euch überraschen.

-- Eure Tietze <3


Sonntag, 5. Juli 2015

Das geheimnisvolle Geräusch

Ich will mich ja nicht beschweren. Ich wusste ja, worauf ich mich einlasse, als ich in eine große Stadt gezogen bin. Dass man nachts nicht nur das leise Zirpen der Grillen um sich hat, war mir klar. Und es ist auch längst kein Vergleich zu den nächtlichen Ruhestörungen in Moskau (hierzu empfehle ich noch einmal den Blogbeitrag Schlaflos in Moskau). Eher war ich amüsiert, als ich neulich einem geheimnisvollen Geräusch auf die Schliche gekommen bin, dass mich an jedem Morgen pünktlich um 6 Uhr aus dem Schlaf riss.

Es ist ja normal, dass man in den ersten Nächten in einer neuen Umgebung, in einem neuen Bett eher unruhig schläft und auch ab und zu kurz wach wird. Mysteriös wurde es nur, als mir auffiel, dass ich an jedem Morgen um die gleiche Zeit ungewollt erwachte. Jedes Mal öffnete ich kurz die Augen, schaute auf die Uhr und dachte: "6.00Uhr. Dann kann ich ja noch eine Stunde schlafen."
Nach einer Weile bemerkte ich, dass das Aufwachen durch ein kurzes, sich mehrfach wiederholendes, rumsendes Geräusch ausgelöst wurde. Als würde ein schwerer Gegenstand irgendwo anstoßen oder etwas aus mittelhoher Entfernung herunterfallen. (ja, ich habe das Wort "rumsend" im Duden nachgeschlagen. Das gibt es wirklich!) Gut, dachte ich. In unserer Straße steht ein Haus eingerüstet. Vielleicht fangen die Bauarbeiter schon so früh an, um der Mittagssonne zu entgehen.

Da die Temperaturen in den letzten Tagen über die 30°C-Marke geklettert sind, lässt es sich nicht mehr vermeiden, mit offenem Fenster zu schlafen, denn die Luft kühlt sich erst um die späten Abendstunden ab. Dadurch verstärkte sich natürlich auch das geheimnisvolle Sechs-Uhr-Geräusch in meinem Ohr, sodass ich mich gezwungen sah, aufzustehen und das Fenster wieder zu schließen.

Und was erblickte ich da?

Freitag, 3. Juli 2015

Hurra! Wir haben ein Dach über dem Kopf!

Nachdem ich schon wieder sehr sehr lange nichts mehr von uns hab hören lassen, hier ein kleines Update zur Wohnungssuche:

Um die Pointe mal vorweg zu nehmen: Ich schreibe diesen Blogeintrag nicht von einem kleinen, schmuddeligen Internetcafé aus, weil unter unserer Brücke das Netz so schlecht ist, sondern aus unserer neuen Wohnung!

Wir sind wirkliche Glückspilze. Nachdem ich mich im letzten Post darüber beschwert habe, dass die Wohnungssuche hier ein endloser K(r)ampf ist und durch hohe Bürokratiehürden verstellt wird, lief es bei uns folgendermaßen ab:

An einem Abend Anfang Mai rafften wir uns auf und suchten in allen möglichen Internetportalen nach passenden Unterkünften in Paris. Nach einiger Suche filterten wir die besten vier bis fünf Anzeigen heraus, deren Verfasser wir in den folgenden Tagen kontaktierten. Bei einer von fünf Anzeigen waren wir erfolgreich und wurden zur Wohnungsbesichtigung eingeladen.
Also zogen wir unser bestes Hemd an (und waren kurz davor ein Gastgeschenk mitzunehmen) und wurden von den ehemaligen Mietern durch die Wohnung geführt.
47m², zwei Zimmer, große Küche, Bad. Es war Liebe auf den ersten Blick (mit der Wohnung, nicht mit den Mietern - also nicht, dass die nicht nett gewesen wären, aber - ihr wisst schon, wie ich's meine!)
Also kontaktierten wir sofort die Vermieterin, die prompt nach unseren persönlichen Unterlagen verlangte und so etwas schrieb wie "dann schicke ich Ihnen den Vertrag zu".
Zwei Wochen lang befanden wir uns in einem Schwebezustand von haben-wir-jetzt-wirklich-eine-Zusage-oder-sollten-wir-uns-noch-weiter-umschauen? bis wir dann tatsächlich unseren Mietvertrag in den Händen hielten.
Am letzten Maiwochenende wuppten wir zu zweit den Umzug. Aus der alten Wohnung auszuziehen war einfach: Oben stellte ich die Kisten in den Personenaufzug und unten holte Willi sie wieder raus. Zum Abschied umarmten wir noch einmal unseren treuen Freund, den Aufzug, denn in der neuen Bleibe erwartete uns ein gnadenloser Treppenaufstieg in den vierten Stock.

Zum Glück vergeht auch irgendwann der schlimmste Muskelkater. Und nun sind wir schon seit einem Monat in unserer schönen Wohnung in der Nähe von Bastille. Zwar ist noch die ein oder andere Ecke eher als Provisorium zu verstehen (böse Zungen würden vielleicht behaupten, dass wir einfach zu faul sind, endlich mal den Kram in die Schränke zu räumen), aber wir leben uns so langsam ein.

Dann ist vielleicht auch bald mal wieder mehr Zeit für meinen Blog.***



***diese Angabe ist ohne Gewähr